Neuer Titelsponsor für das 250er WTA-Turnier in Hamburg
Die Zukunft des WTA-Turniers am Hamburger Rothenbaum ist für die nächsten zwei Jahre gesichert. Turnierdirektorin Sandra Reichel konnte einen neuen Titelsponsor präsentieren.
Die weltgrößte Reederei MSC hat sich bis 2026 die Namensrechte an den „Hamburg Ladies Open“ gesichert, die in diesem Jahr vom 13. bis 20. Juli im traditionsreichen Tennisstadion am Rothenbaum stattfinden. Turnierdirektorin Sandra Reichel freute sich über den Coup auf einer Pressekonferenz in der Hamburger Speicherstadt: „Ich bin einfach unglaublich dankbar, dass es uns gelungen ist, das Damen-Tennis-Turnier in Hamburg zu halten. Das ist nur möglich mit der Unterstützung von MSC. Dank der Unterstützung strahlt unser Leuchtfeuer jetzt noch ein bisschen heller, sodass wir national und international noch sichtbarer werden.“
Das Familienunternehmen MSC ist in Hamburg ansässig. Die Schifffahrtsgesellschaft ist seit mehr als 50 Jahren auf die Containerverschiffung spezialisiert, bietet seit einigen Jahren aber auch Kreuzfahrten an. Für MSC ist es das erste Sponsoring im Tennissport. Zuvor hatte sich MSC bislang nur in der Formel 1 als Sponsor betätigt.
MSC bevorzugt Damentennis in Hamburg
Wie MSC-Geschäftsführer Nils Kahn mitteilte, ist ein Sponsoring beim ATP-Turnier in Hamburg auszuschließen. Die „Hamburg Open“ der Herren finden vom 17. bis 24. Mai ebenfalls am Hamburger Rothenbaum statt. 2015 stieg dort mit „Bet-at-Home“ der letzte Titelsponsor aus. Seitdem suchen die Macher des Herren-Events einen neuen Titelsponsor – bislang vergeblich.
Der aktuelle Ausrichter, die Agentur Tennium, holte sich Ende 2024 die Vermarktungs-Agentur Sportfive mit ins Boot – ein dicker Fisch wurde aber bislang nicht an Land gezogen. Insofern sind die Damen den Herren am Rothenbaum nun einen Schritt voraus. Allerdings ist das finanzielle Engagement bei dem 250er-WTA-Turnier auch weniger umfangreich als beim 500er-ATP-Event.
Petkovic über Lys: „Kleine Rampensau“
Zun Spielerinnen-Feld bei den „Hamburg Ladies Open“ 2025 konnte Sandra Reichel noch keine Angaben machen. Feststeht allein: Die deutsche Nummer eins, Eva Lys, wird in ihrer Heimatstadt an den Start gehen. Turnierbotschafterin Andrea Petkovic freut sie auf die Auftritte von Lys: „Sie ist ja so eine kleine Rampensau. Ich glaube, dass sie vor heimischen Publikum sehr gut performen wird.“
Leinen los! Andrea Petkovic, Turnierbotschafterin der „Hamburg Ladies Open“.Bild: MSC Hamburg Ladies Open/ Witters
Petkovic hatte bei den Australian Open die Möglichkeit, Lys aus nächster Nähe bei ihrem Run bis ins Achtelfinale zu beobachten. Ihr Fazit: „Eva spielt schnell und modern, sie nimmt die Bälle früh und kann dadurch die Ballwechsel diktieren.“ Petkovic betonte schließlich, dass ein Erfolgserlebnis wie das von Lys in Melbourne zu Beginn das Jahres „eine komplette Tenniskarriere beeinflussen kann.“ Lys sei nun in den Top 80, könne dadurch besser ihre Saison planen und sei nicht mehr so stark auf Wildcards angewiesen.
Andrea Petkovic wünscht sich Mirra Andreeva
Auf die Frage, welche Spielerin sie sich denn frei wünschen würde, antwortete Petkovic wurde: „Wenn es eine Spielerin gibt, die ich mir für das Turnier wünschen könnte, wäre es Mirra Andreeva“. Danach sprach sie begeistert über die 17-jährige und betonte, wie stark diese zuletzt bei den großen WTA-Masters-Turnieren gespielt hat. Petkovic: „Ihr Spiel ist strategisch unglaublich klug und sie hat bereits die Ausstrahlung eines Stars“.
An dieser Stelle unterbrach sie Turnierdirektorin Sandra Reichel. Denn: Mirra Andreeva holte 2024 ihren ersten WTA-Titel im rumänischen Iași, weil Reichel die Lizenz für das WTA-Turnier in Hamburg für ein Jahr dorthin verkauft hatte. Hintergrund: Die „Hamburg Ladies Open“ sollten 2024 im Hamburger Stadtpark ausgerichtet werden, aber aufgrund bereits fest geplanter Open Air-Konzerte musste ein anderer Austragungsort gefunden werden. In der Kürze der Zeit war das in Hamburg nicht möglich – und das Turnier fand spontan in Rumänien statt.
Ein derartiges Szenario ist für die „Hamburg Ladies Open“ nun vorerst ausgeschlossen – dank des neuen Titelsponsors. Zudem kann sich Reichel und ihre Agentur MatchMaker nach wie vor Hoffnungen auf den WTA-500er-Status machen. „Die WTA schaut erst einmal, wie sich die Tour entwickelt“, erklärte Reichel. Ende 2025 will die Damen-Organisation entscheiden, ob sie ihren Kalender aufstockt. Reichel: „Dabei ist Hamburg weit oben. Wenn es noch ein 500er gibt, dann würde es Hamburg sein.“
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Mitarbeit: Bennet Nowak