Christoph Schramm – Gustavo Gusto

Hungrig auf mehr: Christoph Schramm hat im Jahr 2014 die Marke Gustavo Gusto gegründet.Bild: Gustavo Gusto

Tennis und Unternehmertum: „Nur wer scheitert, kann auch erfolgreich sein”

Tennis, Unternehmertum und Tiefkühlpizza – auf den ersten Blick drei völlig unterschiedliche Welten. Doch für Christoph Schramm, Gründer von Gustavo Gusto, gibt es viele Parallelen. Im Interview mit dem tennis MAGAZIN spricht er über seine Erfahrungen als Tennisspieler, die Herausforderungen des Unternehmertums und warum mentale Stärke in beiden Bereichen der Schlüssel zum Erfolg ist.

Herr Schramm, wann haben Sie mit Tennis angefangen?
Als Kind war ich zwischenzeitlich in den Top 25 meiner Altersklasse, habe aber mit 14 vorerst aufgehört. Erst Jahre später habe ich das Tennisspielen wieder für mich entdeckt und bin mittlerweile in der Herren 40 Regionalliga aktiv. Ich merke aber auch, dass es mit zunehmendem Alter schwieriger wird, fit zu bleiben.

Was fasziniert Sie an Tennis?
Tennis ist ein Sport, der dich auf so vielen Ebenen fordert. Man muss sich immer wieder aus schwierigen Situationen herauskämpfen, Nervenstärke beweisen und lernen, mit Druck umzugehen. Und das sind genau die Fähigkeiten, die einem auch im Berufsleben helfen.

Gibt es eine besondere Erfahrung aus Ihrer Tenniszeit, die Sie geprägt hat?
Ja, meine Zeit als College-Tennisspieler in den USA war eine prägende Erfahrung. Ich hatte die Möglichkeit, mit einem Stipendium dort zu spielen, habe es damals aber eher locker genommen. Mit der richtigen Einstellung hätte ich vermutlich viel mehr erreichen können. Diese Erkenntnis war für mich eine wichtige Lektion: Erfolg kommt nur mit hundert Prozent Einsatz.

Christoph Schramm

Spiel am liebsten auf Sand: Christoph Schramm ist für den STC Oberland in Oberbayern aktiv.Bild: Privat

Vom Tennisplatz ins Unternehmertum: Der Weg zu Gustavo Gusto

Wie sind Sie vom Tennisspieler zum Unternehmer geworden?
Während meines BWL-Studiums in Passau habe ich mit einem Freund eine kleine Pizzeria gegründet – die Pizzeria an der Uni. Wir haben dort Holzofenpizza gemacht, die bei den Studierenden sehr beliebt war. Der Erfolg hat mir gezeigt, dass es eine große Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Pizza gibt.

Wann kam die Idee, das Konzept als Tiefkühlpizza umzusetzen?
Nach der Pizzeria-Erfahrung habe ich mich gefragt, warum Tiefkühlpizza nicht genauso schmecken kann wie beim Italiener. 2014 habe ich dann Gustavo Gusto gegründet, um genau das zu realisieren. Wir wollten keine klassische Tiefkühlpizza machen, sondern eine echte Pizzeria-Pizza für zu Hause.

Mentale Stärke und Leadership: Was Tennis fürs Business lehrt

Wie hat Tennis Ihre Herangehensweise als Unternehmer beeinflusst?
Im Tennis bist du alleine auf dem Platz. Du kannst dich nicht verstecken, musst selbst Lösungen finden und mit Druck umgehen. Genau das erlebst du als Unternehmer auch: Es gibt Höhen und Tiefen, du musst ständig an dir arbeiten und darfst dich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Sie haben in den USA gespielt. Gibt es Unterschiede im Coaching-Stil zwischen Deutschland und den USA?
Ja, in den USA ist das Coaching viel motivierender. Fehler werden nicht nur aufgezeigt, sondern es gibt immer direkt eine Lösung oder eine positive Verstärkung. In Deutschland sind wir oft zu analytisch und kritisch. Ich versuche, in meinem Unternehmen eine positive Fehlerkultur zu etablieren, denn Fehler gehören zum Lernprozess und nur wer scheitert, kann auch erfolgreich sein

Sport und Business: Die Zukunft von Gustavo Gusto im Tennis

Welche Rolle spielt Tennis heute noch in Ihrem Leben?
Tennis ist für mich ein perfekter Ausgleich zum Geschäftsalltag. Es hält mich nicht nur fit, sondern hilft mir auch, meinen Kopf freizubekommen. Außerdem liebe ich die Wettkampfsituationen – besonders enge Matches, in denen man im Tiebreak mental stark bleiben muss.

Gibt es Pläne, Tennis und Gustavo Gusto enger zu verbinden?
Ja, wir überlegen, Kooperationen im Tennisbereich einzugehen. Dabei geht es uns aber nicht nur um Marketing, sondern um echte Werte. Wir wollen mit jemandem zusammenarbeiten, der unsere Philosophie teilt.

Hätten Sie einen Wunschspieler für eine Partnerschaft?
Es müsste jemand sein, der über den Sport hinaus etwas bewegt – sei es in sozialen oder ökologischen Projekten. Ein Traum wäre Roger Federer.

Stimmt es, dass Novak Djokovic einmal bei Ihnen spielen wollte?
Ja! Als er 15 war, hat er sich bei unserer Mannschaft, dem TC Blutenburg, beworben. Aber er bestand darauf, die Nummer eins zu sein – und wir hatten bereits einen starken Spieler auf dieser Position. Also kam es nicht zustande. Heute würden wir ihm natürlich eine zweite Chance geben (lacht).